Hinter den Fashion Shows 2

Donnerstag, 7 Mai, 2015

Backstage Fashion Show 2

Was auf dem Laufsteg glamourös wirkt, ist hinter der Bühne alles andere als das. Auf den Fashion Shows geht es hinter dem Vorhang hastig und turbulent zu. Allüren haben dort wenige Chancen. Bereits in unserem ersten Teil zu den Fashion Shows hatten wir einen kurzen Blick auf den Ablauf bewährt. Heute wollen wir quasi direkt hinter den Vorhang blicken. Auf dem Laufsteg wirkt alles so einfach. Viele Models schweben unbeschwert über den Catwalk. Doch wer dahinter blickt, erkennt wie hart die Arbeit der Models und Designer wirklich ist.

Bei den meisten Fashion Shows beginnt der Arbeitstag für Models, Stylisten und Make-up-Artisten bereits vor 8:00 Uhr. Statt Glamour und ein graziles Auftreten gelangen sie unbemerkt durch den wenig imposanten Hintereingang in die jeweiligen Gebäude. Ein Backstage Bereich stellen wir uns komfortabel und serviceorientiert vor. Wer diese Vorstellungen mit den Fashion Shows verbindet, wird jedoch meistens enttäuscht. Häufig ist der Backstage Bereich ein Provisorium, das nur wenig Platz für Models, Stylisten und Designer bietet. Zum Umziehen steht oft mehr oder minder ein vorgelagerter Raum bei den Fashion Shows zur Verfügung. Dieser ist aber nur wenig abgetrennt vom Backstage Bereich.

Fashion Shows sind harte Arbeit

Es ist ganz normal, das an einem Tag bis zu 50 Designer auftreten. Auf den normalen Fashion Shows in Berlin, New York und zum Beispiel England treten viele Nachwuchsmodels auf. Die Bezahlung für die Models ist schlecht. Aber die Chance, die Fashion Shows als Sprungbrett zu nutzen, verlockt durchaus. Viele Models sind noch minderjährig und fangen bereits mit 16 oder 17 Jahren dort an. Während des Schminkens erhalten die Models die ersten Anweisungen von den Designern. Laufen, 6 – 7 Sekunden warten und zurück. Wasser- und Sprudelflaschen stehen überall. Kaffee und kleine Snacks gibt es häufig in Plastiktassen und auf Kunststofftellern. Kartons, Schuhe, Stative stehen überall. Die Umkleidekabinen (wenn diese denn so zu bezeichnen sind) verschwimmen mit dem Styling Bereich. Models mit Schamgefühl sind fehl auf den Fashion Shows.

Backstage
Die Schminktische sind zusammengebaut aus normalen Tischen und Spiegeln, die häufig mit irgendwelchen Stützen als Provisorium aufgebaut wurden. Hinter den Vorhängen der Fashion Shows ist alles sehr provisorisch.

Nerven wie Drahtseile

Wer hier als Model tätig ist, muss genauso wie die Designer Nerven aus Drahtseil haben und einiges einstecken können. Gerade aufwendige Make-ups und Masken sind nicht in wenigen Minuten gemacht. Bekannte Make-up Künstlerinnen wie Pat McGrath benötigen dafür schon manchmal Stunden. Zeit, in denen die Models ruhig und aufmerksam im Stuhl sitzen müssen und dann plötzlich von einer Minute zu nächsten von 0 auf 100 hochfahren, wenn es auf den Laufsteg geht.

Jobs bei den Fashion Shows

Die Jobs neben Model und Stylist sind begehrt. Die so genannten Volontäre Jobs vermitteln einen interessanten Einblick und können auch ein Sprungbrett sein. Geld verdienen lässt sich damit aber nicht. Um die 300 – 700 Helfer werden immer wieder auf jeder Fashion Show rund um den Globus als Aushilfe gesucht. Fast 6 Mal so viele bewerben sich. Viele arbeiten sogar „ehrenamtlich“. Für die Aushilfen ist der Jobs auf den Fashion Shows ebenso stressig wie für die Models. Alles ist punktgenau organisiert. Fällt ein Knopf ab, bleiben oft nur 60 Sekunden zum Annähen. Sekunden in denen das Adrenalin hervorschießt. Häufig werden die Aushilfen als Dresser bezeichnet. Ihre Aufgabe: Von A – Z. Knöpfe annähen, zurecht zupfen, Getränke servieren bis Hände schütteln.

Etwas stressfreier geht es an den Infoschaltern bei den Fashion Shows zu. Doch ständig Freundlichkeit zu bewahren, ist für die Aushilfen ein hohes Gut, das oft schwer erkämpft werden muss. Dann ist da noch die Pusherin. Sie sorgt dafür, dass die Models immer genau mit dem richtigen Abstand auf dem Laufsteg erscheinen. Nicht zu vergessen die Plätze-Zuweiserin. Hört sich eigentlich einfach an. Auf den Fashion Shows ist aber selbst dieser Job enorm stressig.

Alle Bilder: Mainstream –Flickr.