Update: Magermodels verboten?

Erst kürzlich hatten wir über ein mögliches Verbot von Magermodels in Frankreich berichtet. Nun erreicht uns die Nachricht, dass das Parlament für das Gesetz gegen Magermodels gestimmt hat. Das Ergebnis war teilweise überraschend, da Experten der Gesetzesvorlage über die heute am 14.04 entschieden wurde, nur wenig Aussicht auf Erfolg gaben. Immerhin wird beim Magermodel Verbot kein Unterschied zwischen sehr dünn und mager(süchtig) gemacht. Auch die BMI Angabe ist seit vielen Jahren sehr umstritten und kann nicht pauschal auf jede Person übertragen werden. Insofern wundert das Verbot der Magermodels und stößt vielfach auf sehr kritische Meinungen. Damit würden künftig sehr dünne Menschen diskriminiert werden. Ein staatlicher Eingriff, der keinesfalls akzeptabel erscheint.

Doch das Gesetz ist noch nicht vom Senat genehmigt. Erst wenn die Vorlage auch durch den Senat geht, werden die sogenannten Magermodels verboten werden.

Gesetz gegen Magermodels in Frankreich: Klartext

Zu folgenden Einschnitten wird es nun künftig für Models in Frankreich kommen, wenn das Gesetz gegen Magermodels durch den Senat gelangt. Bei Shootings und Walks dürfen nur noch Models arbeiten, die einen gewissen Body-Maß-Index nicht unterschreiten. Untergewichtige Models sind damit künftig verboten. Wer dagegen verstößt muss mit bis zu 6 Monaten Haft und sogar Geldstrafen bis zu 75.000 Euro rechnen.

In der Werbung müssen digital bearbeitete Fotos von Models mit einem Hinweis auf eine nachträgliche Bearbeitung versehen werden. Magermodels könnten demnach in Frankreich ein Berufsverbot erhalten.

Sehr umstritten

Insgesamt ist das Gesetz gegen Magermodels sehr umstritten. Es werden hierbei viele Punkte durcheinander geworfen, die so eigentlich in keinem Zusammenhang stehen. Der Gesetzentwurf wurde dabei von den Sozialisten eingebracht. Der französische Senat wird nun das letzte Wort haben. Hier wird aber vermutet, dass die Sozialisten unterliegen. Das Gesetz ist eine Diskriminierung. Konservative Politiker wundern sich schon seit Langem über das merkwürdige Vorstöße der Sozialisten in Frankreich. Ein Berufsverbot für Magermodels wird insgesamt als sehr kritisch bewertet und ist praktisch nichts anderes als eine direkte Diskriminierung. Mit dem neuen Gesetz werden fortan Magersucht und die Schlankheit von Models in einen Topf geworfen. Vergessen wird dabei auch immer wieder gerne der Grund, warum Models schlank sein sollten.

BMI ungenau und nicht aussageefähig
Sollte das Gesetz durch den Senat kommen, müssten die französischen Gesundheitsbehörden einen Body-Maß-Index (BMI) festlegen, der von Models künftig nicht unterschritten werden darf. Die Kritik aber an jenem BMI reißt seit Jahren nicht ab. Die Messmethode ist äußerst umstritten und pauschal eigentlich kaum anwendbar. So haben aktive Menschen schnell einen viel zu hohen BMI Wert, der zu viele Pfunde unterstellt Personen, die von Geburt an Dünn sind, erreichen recht schnell Unterwerte. Der BMI ist damit insgesamt eine nur recht ungenaue Angabe, wobei das Ergebnis vielfach gar nicht zutrifft. Dennoch ist der Body-Maß-Index bis heute in einigen Staaten anerkannt. Darunter fallen auch Deutschland, Spanien, Frankreich und weitere EU-Staaten.

Digitale Bearbeitungen

Frankreich erwies sich in den letzten Jahrzehnten bei seiner Gesetzgebung immer wieder als ein sehr schwieriger Staat. Das zeigt sich erneut mit dieser Gesetzesvorlage. Auch digital nachbearbeitete Bilder müssten mit dem Gesetz gegen Magermodels künftig mit einem Hinweis versehen werden. Andernfalls käme auch hier die Geldstrafe zum Tragen. Doch die Sozialisten gehen in ihrer Anmaßung und Diskriminierung sogar noch weiter. Betroffen sollen demnach auch alle Webseiten sein, die eine Anstiftung zur Magersucht betreiben. Hier drohen neben einer Geldstrafe bis zu 10.000 Euro unter Umständen auch einer Gefängnisstrafe bis zu einem Jahr. Interessant wird mit Sicherheit die Auslegung sein, was genau unter Anstiftung zu verstehen ist.

Insgesamt bleibt aber nun abzuwarten, ob der Senat dieser diskriminierenden Gesetzesvorlage überhaupt durchwinken wird. Kenner sehen viel mehr darin eine Inszenierung der Sozialisten, die nach neuer Medienpräsenz suchen.