Wo ist mein Stoff geblieben?

Ein fataler Trend, der uns bereits seit 2 Jahren auffällt, ist der fehlende Stoff. Dass bei Frauen die Kleidung kürzer wird, kennen wir ja. Manchmal wirkt es sexy, oft aber sehr billig. Hier lässt sich besonders im Sommer erkennen, welche Frau wirklich Stil und Klasse hat. Dass dieses Phänomen aber auch beim Mann zunimmt, ist nicht lustig. Fakt ist, beim Mann zählt einfach die Länge! Egal aus welchen Perspektiven wir das betrachten.

Kleidung wird zunehmend im Versandhandel billiger. Sicherlich sind die Gründe bei der Produktion in 3-Welt-Staaten unter anderem zu suchen. Aber das alleine wäre zu einfach. So fällt auf, das auch Hosen hiervon betroffen sind. Nicht nur die Jeans, die als Freizeithose gilt, sondern viel schlimmer, die Anzugshose. Teilweise fehlen einige Zentimeter. Eine gute Anzugshose soll aber den Schuh einnehmen und abdecken. Eine zu kurze Anzugshose ist genauso ein Faux Pas wie weiße Strümpfe beim Mann. Selbst im Sitzen muss die Hose noch fast bis zum Schuh reichen. Die Strümpfe dürfen also nur dezent erkennbar sein.

Das Jackett und der Stoff

Schlimmer aber ist es noch beim Oberteil. Das Jackett, Sakko oder der gute alte Blazer, der beim Mann kaum noch zu finden ist, sind betroffen. Besonders in den unteren Preiskategorien ist dieses Phänomen für den geschulten Blick zu erkennen. Nehmen wir als Beispiel die Kette H&M. Im Online-Katalog sind wunderschöne Jacketts vorzufinden. Bei einem direkten Vergleich zu einem Qualitäts-Jackett lässt sich aber eines sofort feststellen. Es fehlt Stoff. Wir haben uns einmal die Mühe gemacht und ein Marken-Sakko mit unterschiedlichen Angeboten bei H&M zu vergleichen. Das Ergebnis war erstaunlich. Es fehlten zwischen 12 -18 Zentimeter in der Länge. Bei einem Exemplar waren es sogar 22 Zentimeter. Wohl gemerkt, es handelte sich dabei um normale Business-Anzüge! Der Po darf beim Mann nur Ansatzweise erkennbar sein. Nicht aber wie bei den Testexemplaren direkt.

Günstige Preise können fatal sein

Günstige Preise sollten also bei Anzug und Co. wirklich nur ein nebensächliches Kaufkriterium sein. Zudem lässt sich bei oft „billigen“ Angeboten erkennen, dass nicht nur in der Länge gespart wurde, sondern auch beim Innenfutter. Grässlich! Sicherlich in der Öffentlichkeit und im Stehen ist ein Sakko oder Jackett stets geschlossen zu tragen. Der Makel lässt sich aber nicht erkennen. Doch sobald Sie Platz nehmen, muss es geöffnet werden. Schlimm, wenn Sie dann Ihrem Arbeitgeber das fehlende Innenteil direkt zu Schau offerieren. Somit gilt die alte Regel: Lieber ein paar Euro mehr investieren und Sie haben ein Kleidungsstück, das auch wirklich überzeugt!
Foto: Uwe Steinbrich / pixelio.de